Die Krise steckt im System!

Seit der Corona-Pandemie hat sich bereits der existierende Personalmangel im Gesundheitssystem weitaus verschlimmert. Mehr Überstunden, Burnouts, Patientenaufnahmen usw.

Pfleger:innen sind bereits ausgeschöpft, trotzdem wird von ihnen verlangt, dass diese Gruppe von Arbeiter:innen die Pandemie an vorderster Front bekämpfen soll. Besonders die Arbeitskraft von Frauen in der Pflege  wird extrem ausgebeutet. Sei es im Privaten oder auf der Arbeit: Es herrscht eine patriarchale Unterdrückung, die auch Hand in Hand mit dem Kapitalismus zusammenspielt.

Wir haben mit der Arbeiterin Konstante geredet. Sie erzählte uns über die Realität der Pfleger:innen vor und während der Pandemie. Seit ca. 4 Jahren ist sie in der Pflege tätig, davon seit 2 Jahren erst in der stationären Pflege und jetzt in der ambulanten Pflege. Auch in der Ausbildungszeit habe sie die vielen Probleme in den gesundheitlichen Einrichtungen gesehen und sah, wie viele ihrer Kolleg:innen schon unter Burnout litten. Zu viele Patient:innen für eine kleine Anzahl an Pfleger:innen, somit war das Verhältnis ungleich und schwer zu bewältigen. Daraus folgen Überstunden, unerledigte Aufgaben während den Schichten, keine Pausen und mehr Ausfällen von Kollege:innen, sodass Schichten nicht abgedeckt werden konnten. Sorgfältige Pflege an Patient:innen, Prophylaxen, die emotionale als auch physische Begleitung kommen öfters zu kurz. Die Begründung ist der Druck in diesen Institutionen wie Krankenhäuser und Pflegeheimen. Pfleger:innen werden täglich vor Entscheidungen gestellt, ob man nur die nötigsten Maßnahmen ergreift, oder man sich die Zeit nimmt, den/die Patient:in zu pflegen. All das war und ist ein systematisches Problem und eine Last, die insbesondere alle werktätigen Frauen in diesem System teilen.

Dann in Januar 2020 kam COVID-19 und die bis heute andauernde Pandemie. Sie machte die Lage noch unerträglicher. Die Masse an Patient:innen nahm drastisch zu, während die Anzahl von Pflegekräften gleich blieb, oder sogar abham Konstanze erzählt, dass die Arbeitszeiten enorm anstiegen sind. Die Arbeit ist auch nicht das Einzige, was die PflegekräFe schwer belastet. Es geht auch um ihre Sicherheit und Leben: Die Wahrscheinlichkeiten an einer Corona Infektion ist in Umgebungen wie Krankenhäusern oder Wohnheimen höher, sodass sich die Pflegekräfte täglich in Gefahr begeben müssen. Natürlich stehen sie auch unter enormen Stress und Angst, die eigene Familie und den privaten Umkreis anzustecken. Durch Quarantänen wird der Personalausfall nur noch größer.

Viele Pflegekräfte empfinden, dass vom Staat keine klaren Ansagen oder Richtlinien kommen, sodass in vielen Fällen es in die Hände der Arbeitgeber fällt oder die Pflegekräfte gänzlich im Stich gelassen werden. Auch der Ausgleich fällt in vielen Bereichen kurz. Lohn für diese Arbeitsgruppe, auch für alle Untergruppen wie stationäre Pflege, nicht nur Intensiv-Pfleger, muss für den großen Schaden und Aufwand gerecht erhöht werden. Um Lohnerhöhungen erreichen zu können; müssen Betriebsräte geschaffen werden, welche die Arbeiter:innen organisieren. Bessere Vorlagen und besseren Ausgleich, sodass der Personalmangel sich verkleinert, muss erkämpft werden

Doch selbst wenn mehr Personal und finanzielle Mittel bereitgestellt werden: Die Ursache des Problems liegt viel tiefer und kann nicht innerhalb des herrschenden Systems behoben werden. 

Es ist nicht Zufall, dass Frauen in viel schlechter bezahlten Berufen tätig sind und auch sonst weniger als männliche Arbeiter verdienen. Es ist das patriarchale, kapitalistische System, das sich von unserer Unterdrückung und Ausbeutung bereichert. Um die unbezahlte Reproduktionsarbeit (jegliche Aufgaben im Haushalt wie die Pflege von Familienmitgliedern, Kochen, Putzen, usw), die wir Frauen leisten, aufrechtzuerhalten, werden wir in allen Lebensbereichen, darunter eben auch unsere Arbeitskraft, als minderwertig angesehen.

Gegen diese doppelte Ausbeutung, als Pflegekraft oder sonstige Lohnarbeiterin und als Hausarbeiterin, gehen wir am 8. März auf die Straßen und streiken!

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