Housing Action Day – Wie Wohnen und das Patriarchat verbunden sind

Eine bezahlbare Wohnung in einer großen Stadt finden wird immer schwieriger. Steigende Mieten, weil überall gentrifiziert wird, also vermeintlich aufgewertet wird, weil große Investoren Wohnraum für reiche Menschen schaffen wollen. Mieter:innen werden aus ihren Wohnungen geworfen oder müssen kündigen, weil sie sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können und immer mehr Wohnungen gehören riesigen Immobilienfirmen, die sich das ganze Geld einsacken.


Haben es Werktätige ohnehin schon schwer, eine Wohnung zu finden, die einigermaßen zu den eigenen Vorstellungen passt, so wird es für Frauen umso schwieriger und dafür gibt es viele Gründe. Kurz gesagt lässt sich sagen: wegen des Patriarchats. Doch wie äußert sich das konkret?

Wohnungssuche: leichter gesagt als getan
Da wären zum einen junge Frauen, die über Immobilienportale nach Wohnungen suchen und von Männern Wohnungen angeboten bekommen, wenn sie dafür mit ihm schlafen oder ihm sonstige sexuelle Tätigkeiten anbieten, teilweise wollen die Männer dann gemeinsam in der Wohnung wohnen. Frauen sollen also ihren Körper quasi verkaufen, um an eine Wohnung zu gelangen.
Zum anderen wären da alleinerziehende Mütter, die auf eine größere Wohnung angewiesen sind und die von Vermieter zu Vermieter weggeschickt werden, weil Kinder ja so laut wären oder sich „das nicht gut in der Nachbarschaft machen würde“.


Dazu kommt, dass Frauen häufiger befristete Arbeitsverträge haben oder in Teilzeit haben und das wird von Vermietern nicht gerne gesehen. Wenn der Mietvertrag dann über einen Partner oder Ehemann läuft, rutschen viele Frauen in noch mehr Abhängigkeit, weil sie auf dem Papier keine eigene Wohnung haben – im Falle einer Trennung stehen sie dann im Zweifel auf der Straße.


Da Frauen ohnehin häufiger von Armut betroffen sind, ist die Gefahr um einiges größer, sich die Miete nicht mehr leisten zu können und wohnungslos zu werden.

Leichte Wohnungssuche für LGBTI+? Fehlanzeige!


Nicht nur Frauen haben mehr Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche, auch LGBTI+ werden auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert und haben Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden.
Bei gleichgeschlechtlichen Paaren beginnt es dort, wo Vermieter diese ablehnen, weil „was sollen denn die Nachbarn denken?“ und hört dort auf, wo LGBTI+ auf der Straße landen, weil sie von Eltern oder Vermietern aus der Wohnung geworfen werden.


Dass Eltern ihre Kinder, wenn diese sich als LGBTI+ outen, von zuhause rauswerfen, ist leider kein Einzelfall, sondern ist der Hauptgrund dafür, dass Jugendliche auf der Straße landen. Einmal wohnungslos, ist die Suche nach einer Wohnung, gerade für Minderjährige fast unmöglich.
Dazu kommen für trans Personen erhebliche Kosten für Hormontherapien, geschlechtsangleichende Operationen, und so weiter – viel Geld für Miete bleibt also nicht und sie stehen vor einer schwierigen Entscheidung.

Keine Profite mit der Miete!
Dass es für Frauen und LGBTI+ schwieriger ist und es unabhängig vom Geschlecht für Werktätige auch nicht leicht ist, eine Wohnung zu finden, ist kein Naturgesetz.
Unser Wirtschaftssystem, der Kapitalismus, ermöglicht es, dass mit Grundbedürfnissen des Menschen Profite gemacht werden. Das sehen wir im Gesundheitswesen, wo die Profitmaximierung mehr zählt als die Gesundheit der Menschen oder bei Lebensmitteln, die lieber weggeschmissen werden, als an die zu verteilen, die wenig zu essen haben. Genauso sehen wir das auf dem Wohnungsmarkt. Große Unternehmen besitzen reihenweise Häuser und ohne etwas dafür zu tun, im Falle von Erbschaft auch ohne jemals etwas dafür getan zu haben, sacken sie sich das Geld von Werktätigen ein, die dafür jeden Tag hart arbeiten müssen. Und das einfach nur, um ein menschliches Grundbedürfnis zu stillen. Durch den Mangel an Wohnungen steigen die Mieten weiter und weiter.
Durch die Verbindung von Patriarchat und Kapitalismus wird es umso schwieriger für Frauen und auch LGBTI+ eine geeignete Wohnung zu finden.


Zum Housing Action Day und jeden Tag sonst fordern wir: Keine Profite mit der Miete! Niemand hat das Recht, auf Kosten anderer Reichtum anzuhäufen, während Menschen sich zwischen Miete oder Abendessen entscheiden müssen, weil auch mit zwei Jobs kein Geld für die Miete übrigbleibt. Daher gehören Immobilienfirmen enteignet. Ein Dach über dem Kopf ist ein Grundbedürfnis, an dem niemand verdienen darf. Es bedarf außerdem mehr Finanzierung für Wohnungslosenunterkünfte, damit diese besser ausgestattet sind.

Wir wissen, dass wir uns auf den Staat nicht verlassen können, wenn es um solche Forderungen geht. In Berlin hat der Volksentscheid „Deutsche Wohnen enteignen“ gewonnen, bei dem es darum ging, dass die Wohnungsgesellschaft „Deutsche Wohnen“ verstaatlicht wird. Was hat die rot-rot-grüne Regierung in Berlin damit gemacht? Gar nichts. Diese Entscheidung wird mit Füßen getreten, denn sobald Profite auf dem Spiel stehen, sind jegliche fortschrittlichen Ansichten und Vorhaben verworfen. Für solches Handeln gibt es unzählige weitere Beispiele.

Deshalb: organisieren wir uns und kämpfen gemeinsam, Seite an Seite gegen Patriarchat und Kapitalismus! Damit Wohnungslosigkeit ein Ende hat und niemand mit Mieten Profite machen kann!

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