Alle reden von Krieg, Frauen kämpfen dagegen!

Der Krieg tobt seit Monaten in der Ukraine und bewegt uns alle. Manche packen neben ihrem Job noch unbezahlt hart mit an, um die Versorgung von Geflüchteten sicherzustellen.

Zeitgleich strömen tausende Menschen mit sicherlich auch löblichen Absichten nach Frieden und Gerechtigkeit auf die Straßen zu so genannten „Friedensdemos“. Dort werden Nationalfahnen wie Befreiungssymbole geschwenkt, das Militärbündnis NATO in den Himmel gelobt und der deutsche Staat zur Aufrüstung und militärischen Unterstützung der Ukraine aufgefordert. Die Kriegsverbrechen der Bundeswehr in Afghanistan und die lange, nicht aufgearbeitete Nazi-Vergangenheit deutscher „Sicherheitsbehörden“ scheinen wie vergessen.

Was wir brauchen, gerade als Frauen, ist eine Antikriegsbewegung, die den wahren Charakter dieser Kriege aufdeckt: Ein Krieg der Profite und Machtkämpfe der Herrschenden!

Als Schülerinnen, Studentinnen, Azubis und junge Arbeiterinnen sagen wir: Dieser Krieg nicht mit uns! Wir lassen uns nicht als Soldatinnen rekrutieren, um für sie zu sterben und zu morden! Auch die „pink angestrichenen“ Werbekampagnen der Bundeswehr wird uns mit Sicherheit nicht dazu bringen. Denn Kriege in diesem System bedeuten auch immer Gewalt gegen Frauen und LGBTI+ Personen – innerhalb des Militärs und gegen die Bevölkerung in den Kriegsgebieten. Kapitalistische Berufsarmeen sind patriarchal organisiert, denn sie beschützen ein System, welches ohne das Patriarchat, ohne die Ausbeutung der Frau und die Gewalt gegen LGBTI+ nicht überleben kann. Es gibt zahlreiche Beispiele für sexualisierter Kriegsgewalt von Soldaten gegen einheimische Frauen und Kinder, die unbestraft geblieben sind.

Von den ukrainischen Frauen auf der Flucht, über russische Frauen in Gefangenschaft aufgrund ihrer Haltung gegen den Krieg, hin zu afghanischen Frauen im Widerstand gegen die Taliban, über Palästinenserinnen im Kampf gegen Israelische Besatzung, bis zu den Frauen in Kurdistan, die sich gegen die Unterdrückung des türkischen Faschismus erheben – schließen wir uns ihnen an und kämpfen Seite an Seite mit unseren Schwestern in aller Welt gegen Krieg! Schaffen wir eine Frauenbewegung, die sich für eine Welt jenseits von Profitgier, Gewalt gegen Frauen und Kriegen erhebt!

Wir fordern:

Die Beendung aller Kriege und Besatzungen sowie die Auflösung der NATO, den Abzug Russlands aus der Ukraine und den der Türkei aus Kurdistan!

Seit vielen Jahren wütet überall in der Welt Krieg. Die meisten Kriegen bekommen hier in Deutschland wenig Aufmerksamkeit, aber seit mehreren Monaten ist der Krieg in der Ukraine jetzt so präsent wie kein anderes Thema. Alle Kriege zerstören Lebensraum. Doch vor allem bringen sie Gewalt, insbesondere Gewalt an Frauen. Sie wird in Form von Vergewaltigungen ganz systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Um die Gewalt an uns Frauen zu beseitigen, fordern wir die Beendigung aller Kriege und Besatzungen, sowie die Auflösung der NATO, welche Kriege befeuert und bewaffnet, aber auch den Abzug Russlands aus der Ukraine und der Türkei aus Kurdistan, um den Ukrainischen, Russischen, Kurdischen und allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Die Öffnung der Grenzen überall, sowie das Recht auf Flucht, Versorgung und Asyl für Alle!

Krieg erzwingt die Flucht von Menschen, welche aus ihrer Heimat weite Reisen zurücklegen müssen, um vor der Kriegsgewalt Zuflucht finden zu können. Und auch jetzt sehen wir Widersprüche, denn es sterben immer noch geflüchtete Menschen an den Außengrenzen Europas, obwohl Platz für Alle da ist, nicht nur für ukrainische Geflüchtete. Deshalb fordern wir das Öffnen aller Grenzen, sowie das Recht auf Asyl und Flucht für Alle, um allen Menschen fernab ihrer Herkunft Sicherheit und Schutz zu bieten!

Dass 100 Milliarden für Bildung, Gesundheit und Soziales genutzt werden, nicht fürs Militär!

Der Ausbau des deutschen Militärs bedeutet für die Mehrheit der Bevölkerung keinen Schutz: Für die lohnabhängigen Menschen, für die ohne Papiere und Aufenthaltsrechte, für Arme, für Wohnungslose… Kurz: für die Klasse der Arbeiter:innen! Unsere Löhne sinken oder bleiben gleich bei immer teureren Preisen für Sprit, Miete und Lebensmittel. Krankenhäuser, Pflegeheime und Frauenhäuser sind seit Jahren kaputtgespart und haben enormen Personalmangel. Deutschland hat kein Interesse daran, dass die Gesellschaft solidarischer und friedlicher wird – an oberster Stelle steht der Erhalt der Gewinne großer deutscher Konzerne. Wenn jetzt Ukrainer:innen die fehlenden Arbeitskräfte in den Kliniken füllen sollen oder für Drecksarbeit in Schlachthöfen wie Tönnies ausgenutzt werden, muss unsere Antwort sein: Nicht mit uns! Armeen werden die Probleme unserer Klasse nicht lösen!

Hoch die Frauensolidarität anstatt der Spaltung der Völker!

Menschen, die in Deutschland um Asyl und Anerkennung ihrer Schul- und Ausbildungsabschlüsse bitten, werden bei den Ämtern, der Polizei und in Geflüchtetenlagern nach ihrer Herkunft und Hautfarbe gespalten. Sie erhalten nicht dieselben Rechte, die ihnen allen zustehen sollten. Die Schnelligkeit, mit der die Unterstützung für Ukrainer:innen vom Staat organisiert werden konnte zeigt, dass dahinter keine großherzige Wohltätigkeit steckt, sondern Profitinteressen. Das Motto lautet: „Schützenswert sind die, bei denen sich der Aufwand lohnt und Wirtschaftsbeziehungen gestärkt werden.“ Für Frauen bedeutet das, Schutz für Gewalt verwehrt zu bekommen und in ihrem Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverteidigung eingeschränkt zu werden. Unsere Frauensolidarität muss international für alle Frauen gelten – wir lassen uns nicht spalten!

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