STONEWALL RIOT DAY

Stonewall was a riot – we will not be quiet!
Die Stonewall-Aufstände jähren sich heute, am 28. Juni zum 53. Mal.
Davon übrig geblieben ist heute vor allem der Christopher Street Day (CSD), der mit den Ursprüngen dieses Tages kaum noch etwas zu tun hat.
Doch was waren die Stonewall Riots überhaupt?

In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 wird das Stonewall Inn, eine LGBTI+ Tanzbar auf der Christopher Street in New York von der Polizei gestürmt. Es ist nicht der erste Angriff der Polizei gegen das Lokal. Doch in dieser Nacht wird die Unterdrückung nicht unbeantwortet bleiben: während den brutalen Festnahmen und den Schikanen der Polizei zeigten sich die bereits freigelassenen Personen solidarisch und wehrten sich, bis sich die Polizei aus dem Stonewall Inn zurückziehen musste.
Es wurde ein großer militanter Aufstand ausgelöst, auf den auch viele Menschen außerhalb der LGBTI+ Community aufmerksam wurden und sich dem Protest anschlossen. Bis zum nächsten Morgen strömten Menschen auf die Straßen New Yorks, sodass sich die Polizei zurückziehen musste. Die Proteste dauerten mehrere Tage an.

Die Situation von LGBTI+ in den 1960er Jahren war geprägt von Unterdrückung:
Durch Repression bis hin zu Freiheitstrafen und Einweisungen in geschlossene Psychiatrien wurde die LGBTI+ Community vollkommen aus dem öffentlichen Leben verdrängt und es entstanden in vielen Großstädten, so auch in New York, Subkulturen. Orte wie das Stonewall Inn gehörten zu den wichtigsten Anlaufstellen für LGBTI+ Personen. Die Gegend rund um die Christopher Street war von Armut und Obdachlosigkeit geprägt. Unter ihnen sehr viele Jugendliche der LGBTI+ Community, insbesondere trans Personen, die besonders von Armut und Obdachlosigkeit betroffen waren und das bis heute noch sind. Ein großen Anteil dieser Gruppe machten Schwarze LGBTI+ aus, die neben der Diskriminierung ihrer Sexualität oder ihres Geschlechtsidentität noch Rassismus erfahren.
So ist es kein Zufall, dass an vorderster Front der Stonewall Aufstände zwei trans Frauen die Latina Silvia Rivera und die Schwarze Sexarbeiterin Marsha P. Johnson standen. Der Aufstand war für sie und viele weitere obdachlose Jugendliche zudem ein antirassistischer und antikapitalistischer Kampf.

Der Stonewall-Aufstand hat die gesamte Bewegung verändert: Es ging nicht mehr nur darum, die Existenz von LGBTI+ zu entkriminalisieren und die Toleranz zu fördern. Es ist darüber hinaus ein neues Selbstbewusstsein entstanden, indem LGBTI+ Personen auf ihre Sexualität und ihre Geschlechtsidentität stolz sind – daher auch die Bezeichnung Pride. Doch nicht nur das: Aus den Aufständen heraus gründetenn sich Organisationen wie die Gay Liberation Front, die für die Befreiung von LGBTI+ kämpfte.
Insgesamt sorgte Stonewall für eine Radikalisierung der Bewegung hin zu einer klassenkämpferischen, antirassistischen, Antikriegs-Bewegung. Diese Bewegung konnte seitdem viele Erfolge feiern, jedoch ist auch klar, dass es an der Zeit ist, die Demonstrationen wieder zu ihrem Ursprung zurückzuführen:
Lasst uns wieder militant, antikapitalistisch und gegen Krieg als LGBTI+ auf die Straßen gehen! Uns ist klar: Die LGBTI+ Befreiung gibt es im Kapitalismus nicht! Erst, wenn das System überwunden ist, können wir alle frei sein!
Deshalb muss der CSD zu seinen Ursprüngen zurückfinden: Eine militante und kämpferische Demonstration gegen Repression, Kapitalismus, Krieg, Rassismus und vor allem für die Freiheit und das Leben von LGBTI+!

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